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Susan · 8. Minuten Lesezeit · Aktualisiert: August 2026
5 Punkte wirken als sanfte Einschlafhilfe beim Baby: Yin Tang zwischen den Augenbrauen, An Mian hinter dem Ohr auf Ohrläppchenhöhe, Shen Men in der oberen Ohrmulde, Herz 7 am inneren Handgelenk und Yong Quan in der Mulde unter dem Fußballen. Als feste Abfolge im Abendritual angewendet, je 30 bis 60 Sekunden, wird die Berührung selbst zum Schlafsignal.
Du kennst diesen Moment am Abend: Dein Baby reibt sich die Augen, gähnt, ist offensichtlich erschöpft, und trotzdem dreht es immer mehr auf, statt einzuschlafen. Je müder, desto unruhiger. Das ist zum Verzweifeln, vor allem wenn du selbst schon den ganzen Tag auf den Beinen warst und dich nach einer ruhigen Minute sehnst.
Was da passiert, ist ganz normal: Ein übermüdetes Baby ist oft überdreht. Das kleine Nervensystem schafft es noch nicht allein, von der Aufregung des Tages herunterzufahren. Genau dabei kannst du helfen. Mit deinen Händen, ein paar sanften Punkten und einem ruhigen Rahmen gibst du deinem Baby das Signal: Du darfst jetzt loslassen.
In diesem Ratgeber zeige ich dir die Akupressur-Punkte, die beim Einschlafen helfen, wo sie liegen und wie du sie in ein kleines Abendritual einbaust. Du erfährst, in welcher Reihenfolge sie am besten wirken und wie du daraus eine Routine machst, auf die sich dein Baby jeden Abend verlassen kann.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es Punkte, die den Geist beruhigen und das innere Feuer senken sollen, das ein überdrehtes Baby wachhält. Sanfter Druck oder zartes Streichen an diesen Stellen kann helfen, von Anspannung in Entspannung zu wechseln. Besonders Punkte am Kopf, am Ohr und an den Füßen gelten als beruhigend und erdend.
Dazu kommt etwas, das jedes Elternteil kennt: Rhythmus und Wiederholung beruhigen Babys zutiefst. Wenn du jeden Abend dieselben Punkte in derselben Reihenfolge berührst, lernt das Nervensystem deines Babys, was als Nächstes kommt. Diese Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit, und Sicherheit ist die Grundlage von Schlaf.
Ehrlich gesagt: Akupressur ist kein Schlaftraining und kein Ersatz für gute Schlafgewohnheiten wie passende Wachzeiten und eine ruhige Umgebung. Aber als sanfter Teil eures Abendrituals kann sie das Einschlafen spürbar erleichtern und euch beiden helfen, den Tag friedlich ausklingen zu lassen.
Beim Einschlafen geht es um Ruhe, nicht um Wirkung auf Knopfdruck. Arbeite mit warmen Händen, ganz sanft und langsam, und dimme vorher das Licht. Sprich leise oder summe. Je ruhiger du selbst bist, desto leichter überträgt sich diese Ruhe auf dein Baby. Achte wie immer auf die Reaktion deines Babys und höre auf, wenn es sich wehrt.
Akupressur ist ein Baustein, kein Wundermittel. Wenn dein Baby grundsätzlich schlecht schläft, lohnt sich auch ein Blick auf die Wachzeiten, die Schlafumgebung und den Tagesrhythmus. Bei anhaltenden Schlafproblemen oder wenn du dir Sorgen machst, sprich mit deiner Kinderärztin oder einer seriösen Schlafberatung.
Keine Akupressur, wenn dein Baby krank wirkt oder Fieber hat, nicht direkt nach dem Füttern und nicht so kräftig, dass dein Baby davon wieder wacher statt ruhiger wird. Weniger ist hier immer mehr.
Wende dich an Fachleute, wenn dein Baby auffällig schlecht schläft, sich kaum beruhigen lässt, beim Atmen im Schlaf auffällig ist oder du dir ernsthaft Sorgen machst. Deine Kinderärztin ist die erste Adresse, abends und am Wochenende der Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall die 112.
Vor dem Schlafen ist Streicheln oft schöner als Drücken. Es geht um zarte, langsame, sich wiederholende Berührungen, die das Tempo herausnehmen.
Sanftes Auflegen: Du legst deinen warmen Finger oder die Hand einfach auf den Punkt und lässt ihn ruhen. Diese Technik wirkt am beruhigendsten und ist perfekt für den Abend.
Langsames Streichen: Du streichst mit dem Daumen ganz langsam und immer wieder in die gleiche Richtung über die Stelle. Die Wiederholung wirkt wie ein Wiegen in Berührungsform.
Warme Fußmassage: Du umschließt den kleinen Fuß mit deiner warmen Hand und drückst sanft die Sohle. Warme Füße sind eine der besten Voraussetzungen für gutes Einschlafen.
Halte jeden Punkt nur kurz, 15 bis 30 Sekunden, und mach das ganze Ritual langsam und ruhig, insgesamt ein paar Minuten. Geh die Punkte jeden Abend in derselben Reihenfolge durch. Wiederholung ist beim Einschlafen wichtiger als Intensität.
Das dritte Auge, zwischen den Augenbrauen
Wofür: Einschlafen, Gedanken zur Ruhe bringen
Wo es liegt: Yin Tang liegt genau in der Mitte zwischen den Augenbrauen, leicht oberhalb der Nasenwurzel.
So machst du es: Streiche mit deinem Daumen ganz sanft und langsam von der Nasenwurzel nach oben zwischen den Augenbrauen, immer wieder, für 15 bis 20 Sekunden. Viele Babys schließen dabei von allein die Augen.
Warum es hilft: Yin Tang ist der klassische Einschlafpunkt. Das langsame Streichen wirkt fast hypnotisch beruhigend und ist der perfekte Auftakt für euer Abendritual.
Der Schlafpunkt, hinter dem Ohr
Wofür: ruhiger Schlaf, Unruhe
Wo es liegt: An Mian liegt hinter dem Ohr, in der weichen Vertiefung hinter dem Knochen, der sich unten hinter dem Ohrläppchen tasten lässt, etwa auf Höhe des Ohrläppchens.
So machst du es: Lege deine Fingerkuppe sanft in diese Vertiefung und halte sie mit ganz leichtem Druck oder mache winzige, langsame Kreise, für 15 bis 20 Sekunden je Seite.
Warum es hilft: An Mian heißt übersetzt friedlicher Schlaf und gilt als der Schlafpunkt der TCM. Er kann helfen, ein unruhiges Baby in einen ruhigeren Zustand zu bringen.
Das Tor des Geistes, am Ohr
Wofür: Überreizung, Runterfahren
Wo es liegt: Shen Men liegt in der oberen Ohrmuschel, in der kleinen dreieckigen Mulde ganz oben innen. Es ist nicht das weiche Ohrläppchen unten, sondern die Vertiefung im oberen Teil der Ohrmuschel.
So machst du es: Nimm das Öhrchen zart zwischen Daumen und Zeigefinger und übe mit dem Daumen in der oberen Mulde federleichten Druck aus oder streiche sanft darüber, für 15 bis 20 Sekunden je Ohr.
Warum es hilft: Shen Men ist der große Beruhigungspunkt. Gerade bei einem überdrehten, übermüdeten Baby hilft er, das Nervensystem herunterzufahren.
Das Tor des Geistes, am Handgelenk
Wofür: Aufregung, innere Unruhe
Wo es liegt: Herz 7 liegt an der Innenseite des Handgelenks, auf der Seite des kleinen Fingers, in der kleinen Mulde direkt an der Handgelenksfalte.
So machst du es: Halte das Ärmchen und lege deinen Daumen sanft auf diese Mulde. Ein leichtes Auflegen oder zarte Kreise für 15 bis 20 Sekunden reichen völlig.
Warum es hilft: Dieser Punkt beruhigt das Gemüt und hilft einem aufgeregten Baby, innerlich zur Ruhe zu kommen. Eine schöne Station auf dem Weg von oben nach unten.
Die sprudelnde Quelle, an der Fußsohle
Wofür: Erden, warme Füße, tiefe Ruhe
Wo es liegt: Yong Quan liegt in der weichen Mulde direkt unter dem Fußballen, etwa im oberen Drittel der Fußsohle, mittig.
So machst du es: Nimm den kleinen Fuß in deine warme Hand und drücke mit dem Daumen sanft in diese Mulde oder mache winzige Kreise, für 20 bis 30 Sekunden je Fuß.
Warum es hilft: Yong Quan erdet und beruhigt und sorgt für warme Füße, eine der besten Voraussetzungen für tiefen Schlaf. Der ruhige Abschluss eures Rituals.
Je nachdem, woran das Einschlafen gerade hakt, kannst du andere Schwerpunkte setzen. Hier ein paar typische Abende und was deinem Baby dann hilft.
Reduziere zuerst die Reize: Licht dimmen, leise sprechen, ruhig werden. Beginne dann mit langsamem Streichen über Yin Tang, geh zu Shen Men und An Mian und schließe mit der Fußmassage an Yong Quan ab. Lass dir viel Zeit.
Nimm dein Baby ruhig hoch, halte sanft An Mian hinter dem Ohr und streiche über Yin Tang. Oft reicht die Kombination aus Nähe, Wärme und diesen beiden Punkten, um es wieder einzuschläfern, ohne dass ihr beide ganz wach werdet.
Kalte Füße halten viele Babys wach. Wärme die Füße mit deinen Händen an und mach eine ruhige Fußmassage an Yong Quan. Warme Söckchen danach helfen zusätzlich.
Wähle eine feste Reihenfolge, zum Beispiel Yin Tang, Shen Men, Herz 7, Yong Quan, und verbinde sie jeden Abend mit demselben leisen Lied. Nach ein bis zwei Wochen wird allein der Beginn des Rituals deinem Baby signalisieren, dass jetzt Schlafenszeit ist.
Das Geheimnis liegt nicht im einzelnen Punkt, sondern in der Wiederholung. Wenn du jeden Abend exakt dieselben Punkte in derselben Reihenfolge mit demselben Lied verbindest, baust du eine Einschlaf-Brücke, auf die sich dein Baby verlassen kann. Nach ein paar Wochen reicht oft schon der erste Griff, und dein Baby beginnt von allein, sich zu entspannen. Dieses verlässliche Ritual ist das wertvollste Schlafgeschenk, das du deinem Baby machen kannst.
Diese Punkte sind ein wunderbarer Anfang. Aber ruhige Nächte entstehen aus dem Zusammenspiel von den richtigen Griffen, dem passenden Wachfenster und einem Ritual, das wirklich trägt. Genau dieses Zusammenspiel willst du nicht jeden Abend neu zusammensuchen.
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Diese typischen Fehler siehst du oft. Wir raten davon ab und erklären warum.
Sanftes Streicheln der Punkte kannst du von Anfang an in dein Abendritual einbauen, immer besonders zart bei den Kleinsten. Mit zunehmendem Alter wird dein Baby die Routine immer stärker mit Schlaf verbinden. Im Zweifel frag kurz deine Hebamme oder Kinderärztin.
Manche Babys reagieren schon am ersten Abend ruhiger, bei anderen braucht es ein bis zwei Wochen, bis die Verbindung zwischen Ritual und Schlaf entsteht. Wichtig ist, jeden Abend dranzubleiben und die Reihenfolge gleich zu halten.
Ja, viele Eltern nutzen vor allem Yin Tang und An Mian, um ihr Baby beim nächtlichen Aufwachen wieder sanft in den Schlaf zu begleiten. Oft reicht die Kombination aus Nähe, Wärme und einem ruhigen Punkt, ohne dass ihr beide ganz wach werdet.
Nein. Akupressur ist eine sanfte Einschlafhilfe und ein schöner Ritualbaustein, aber kein Schlafkonzept. Bei grundsätzlichen Schlafproblemen lohnt sich ein Blick auf Wachzeiten und Schlafumgebung oder eine seriöse, bindungsorientierte Schlafberatung.
Dann ist es wahrscheinlich zu viel Reiz. Reduziere auf nur ein oder zwei Punkte, arbeite noch sanfter und langsamer und setze vor allem auf leichtes Streicheln statt Drücken. Manche Babys mögen lieber nur die Fußmassage. Probiere aus, was deinem Baby guttut.
Bewährt hat sich der Weg von oben nach unten: Yin Tang zwischen den Augenbrauen, An Mian hinter dem Ohr, Shen Men in der Ohrmulde, Herz 7 am Handgelenk und zum Schluss Yong Quan an der Fußsohle. Je 30 bis 60 Sekunden, insgesamt keine fünf Minuten.
Halte die Reihenfolge jeden Abend gleich: Die immer gleiche Kette wird für dein Baby zum Einschlaf-Signal, wie ein Ritual im Kleinen. Nach ein bis zwei Wochen beginnt die Entspannung oft schon beim ersten Punkt.
Ja, sehr gut sogar, in der Kurzversion: Yin Tang und Yong Quan reichen tagsüber meist aus, jeweils 30 Sekunden. Wichtig ist das richtige Timing im Wachfenster deines Babys, denn kein Punkt der Welt schläfert ein Baby ein, das noch nicht müde ist.
Der schöne Nebeneffekt: Je öfter dein Baby die Berührungen mit Einschlafen verknüpft, desto stärker wirken sie abends. Jede Mittagsschlaf-Anwendung ist gleichzeitig Training für die Nacht.
Dann war es schlicht ein Punkt zu viel: Manche Babys sind nach zwei, drei Punkten fertig, und jede weitere Berührung stimuliert statt zu beruhigen. Kürze die Abfolge und beobachte, nach welchem Punkt dein Baby am tiefsten entspannt.
Für sehr berührungsempfindliche Abende reicht auch Shen Men solo oder Yin Tang direkt im Bettchen, mit deiner zweiten Hand ruhig auf der Brust deines Babys. Weniger ist beim Einschlafen fast immer mehr.
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