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Susan · 10 Minuten Lesezeit · Aktualisiert: Juni 2026
Gegen Blähungen hilft deinem Baby vor allem eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn, weil der Darm in dieser Richtung verläuft. Dazu kannst du Magen 25 rechts und links vom Nabel drücken, den Pups-Punkt unterhalb des Nabels sanft kreisen und die Beinchen im Wechsel zum Bauch ziehen. So bringst du eingeschlossene Luft in Bewegung. Wichtig: Bei anhaltendem Schreien oder Krankheitszeichen frag deine Kinderärztin.
Du kennst dieses Schreien, das anders klingt als sonst. Dein Baby zieht die Beinchen an, der Bauch fühlt sich hart und gespannt an, und egal was du versuchst, es will einfach nicht aufhören. Blähungen und ein voller Bauch gehören zu den häufigsten Gründen, warum Babys in den ersten Monaten weinen. Das Verdauungssystem ist noch unreif und muss erst lernen, mit der Luft klarzukommen.
Das fühlt sich für dich oft so an, als würdest du versagen, dabei machst du alles richtig. Dein Baby braucht jetzt einfach Hilfe von außen, und genau die kannst du ihm geben. Mit warmen Händen, einer ruhigen Bauchmassage und ein paar gezielten Punkten kannst du die eingeschlossene Luft in Bewegung bringen und den Druck lösen.
In diesem Ratgeber zeige ich dir die Bauchmassage im Uhrzeigersinn Schritt für Schritt und die wichtigsten Punkte, die deinem Baby bei Blähungen helfen. Du erfährst, warum die Richtung so wichtig ist, wie du die Beinchen einsetzt und wann eine kleine Pause besser ist. Ganz in Ruhe, in deinem Tempo.
Der Darm deines Babys verläuft in einer bestimmten Richtung: rechts unten hinauf, quer unter den Rippen entlang und links wieder hinab. Genau diesem Verlauf folgst du bei der Bauchmassage im Uhrzeigersinn. So unterstützt du die natürliche Bewegung des Darms und hilfst der Luft, ihren Weg nach draußen zu finden.
Dazu kommen Akupressur-Punkte, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin mit Magen und Darm verbunden sind. Sanfter Druck auf diese Stellen kann die Verdauung anregen und Krämpfe lösen. Und nicht zu vergessen: Deine warme Hand auf dem Bauch entspannt dein Baby und beruhigt das überreizte kleine Nervensystem.
Akupressur und Bauchmassage sind kein Wundermittel und machen die Unreife des Darms nicht über Nacht weg. Aber sie sind eine sanfte, wirkungsvolle Soforthilfe für den akuten Moment und eine schöne Routine, die deinem Baby über die anstrengende Blähungszeit hilft.
Die wichtigste Regel bei der Bauchmassage lautet: immer im Uhrzeigersinn. Das ist die Richtung, in der der Darm verläuft. Massierst du andersherum, kannst du das Gegenteil bewirken. Arbeite mit warmen Händen, sanftem Druck und beobachte dein Baby genau.
Massiere den Bauch nie direkt nach einer Mahlzeit. Warte mindestens 30 bis 45 Minuten nach dem Stillen oder Füttern, damit du die Verdauung nicht störst. Ein guter Moment ist vor dem Wickeln, wenn der Bauch sowieso frei liegt, oder als Teil eines ruhigen Rituals.
Keine Bauchmassage direkt nach dem Füttern, nicht bei Fieber, nicht über dem Nabel, solange der Nabelrest noch nicht abgefallen und verheilt ist, und nicht bei einem auffällig geblähten, sehr harten Bauch in Verbindung mit Erbrechen. Bei solchen Zeichen ist ärztlicher Rat gefragt.
Ruf an, wenn dein Baby anhaltend und untröstlich schreit, einen sehr harten, geblähten Bauch mit Erbrechen hat, Blut im Stuhl zeigt, nicht mehr richtig trinkt oder Fieber bekommt. Tagsüber bei deiner Kinderärztin, abends und am Wochenende über den Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall über die 112. Vertrau deinem Bauchgefühl.
Bei Blähungen geht es um sanften, gleichmäßigen Druck und die richtige Richtung. Leg dein Baby auf den Rücken, am besten auf eine warme, weiche Unterlage, und nimm dir Zeit.
Kreisen im Uhrzeigersinn: Lege deine flache, warme Hand auf den Bauch und kreise sanft im Uhrzeigersinn um den Nabel. Das folgt dem Verlauf des Darms und bringt die Luft in Bewegung. Immer dieselbe Richtung.
Die ILU-Streichung: Streiche mit der Hand nacheinander ein I auf der linken Bauchseite nach unten, ein umgekehrtes L quer und hinab und ein umgekehrtes U vom rechten Unterbauch über die Mitte nach links unten. So begleitest du die Luft Stück für Stück nach draußen.
Fahrrad fahren: Nimm beide Beinchen und bewege sie sanft im Wechsel zum Bauch und wieder weg, wie beim Fahrradfahren. Das übt leichten Druck auf den Bauch aus und hilft, Luft und Stuhl zu lösen.
Diese Punkte ergänzen die Bauchmassage. Du kannst sie einzeln nutzen oder in die Massage einbauen. Arbeite immer sanft und beobachte, worauf dein Baby anspricht.
Die Himmelsdrehscheibe, neben dem Nabel
Wofür: Blähungen, träge Verdauung
Wo es liegt: Magen 25 liegt etwa zwei Daumenbreiten deines Babys seitlich rechts und links vom Bauchnabel, auf gleicher Höhe wie der Nabel.
So machst du es: Lege je einen Finger rechts und links neben den Nabel und übe sanften, gleichmäßigen Druck aus oder mache winzige Kreise, für etwa eine Minute.
Warum es hilft: Magen 25 ist ein zentraler Punkt für die Darmtätigkeit. Sanfter Druck kann die Verdauung anregen und helfen, eingeschlossene Luft zu lösen. Ideal als Auftakt der Bauchmassage.
Das Meer der Energie, unter dem Nabel
Wofür: Krämpfe, harter Unterbauch
Wo es liegt: Der Pups-Punkt liegt mittig, etwa eine Handbreit deines Babys unterhalb des Nabels, im unteren Bauch.
So machst du es: Lege zwei Finger flach auf die Stelle und mache ganz sanfte, langsame Kreise im Uhrzeigersinn, für etwa eine Minute. Warme Finger fühlen sich hier besonders gut an.
Warum es hilft: Dieser Punkt wirkt auf den unteren Bauch und kann Krämpfe lösen und das Pupsen anregen, daher der liebevolle Name. Viele Babys entspannen sich hier sichtbar.
Die Mitte, oberhalb des Nabels
Wofür: voller Magen, Aufstoßen
Wo es liegt: Dieser Punkt liegt auf der Mittellinie, etwa auf halbem Weg zwischen Nabel und dem unteren Ende des Brustbeins.
So machst du es: Lege deinen Finger flach auf die Stelle und halte sie mit ganz leichtem Druck oder kreise sehr sanft, für 20 bis 30 Sekunden.
Warum es hilft: Die Bauchmitte ist in der TCM mit dem Magen verbunden. Sanfte Berührung kann ein Völlegefühl lindern und das Aufstoßen erleichtern, gut nach dem Trinken.
Der Dreimeilenpunkt, am Bein
Wofür: Verdauung stärken
Wo es liegt: Magen 36 liegt am Bein, etwa vier Fingerbreiten deines Babys unterhalb der Kniescheibe und eine Fingerbreite seitlich außen neben der Schienbeinkante, in der Mulde am Muskel.
So machst du es: Massiere die Stelle mit leichten, kreisenden Bewegungen für etwa 20 Sekunden je Bein.
Warum es hilft: Magen 36 gilt als kräftigender Verdauungspunkt. Er passt schön ans Ende der Bauchroutine und unterstützt einen entspannten, gut arbeitenden Bauch.
Je nachdem, wie sich der Bauch gerade zeigt, hilft ein anderer Schwerpunkt. Hier ein paar typische Momente und was deinem Baby dann guttut.
→ Der Bauch ist hart und dein Baby zieht die Beine an
Beginne mit warmen Händen und kreise sanft im Uhrzeigersinn um den Nabel, drücke dann Magen 25 rechts und links und lass die Beinchen Fahrrad fahren. Wärme auf dem Bauch, etwa ein warmes Tuch, verstärkt die Wirkung.
→ Dein Baby weint jeden Abend zur gleichen Zeit
Viele Babys haben am späten Nachmittag und Abend die schlimmste Blähungszeit. Mach die Bauchmassage vorbeugend zu eurem Ritual, bevor das Schreien beginnt, mit gedämpftem Licht und ruhiger Stimme.
→ Dein Baby muss aufstoßen und wirkt voll
Halte sanft die Bauchmitte oberhalb des Nabels und trage dein Baby aufrecht an deiner Schulter, während du den Rücken sanft von unten nach oben streichst. Das hilft der Luft nach oben.
→ Nach dem Trinken kommt regelmäßig Bauchweh
Warte mindestens 30 Minuten nach der Mahlzeit, dann mach die ILU-Streichung und schließe mit Magen 36 am Bein ab. Achte beim Füttern auf eine ruhige, aufrechte Haltung, damit weniger Luft mitkommt.
Wärme ist dein heimlicher Verbündeter gegen Blähungen. Lege dir vor der Massage ein dünnes Tuch auf die Heizung oder wärme deine Hände unter warmem Wasser an. Eine warme Hand auf dem kleinen Bauch entspannt die Muskulatur, löst Krämpfe und macht die Massage gleich doppelt wirksam. Kombiniert mit dem immer gleichen leisen Lied wird daraus ein Ritual, das dein Baby schon nach wenigen Tagen beruhigt.
Blähungen kommen meist abends, wenn du selbst müde bist und dein Baby schon eine Weile weint. In so einem Moment willst du sofort wissen, welcher Griff jetzt hilft, ohne lange zu suchen.
Im SOS Baby-Hilfe Guide findest du die komplette Bauchmassage und alle Soforthilfe-Griffe klar bebildert und in 30 Sekunden umsetzbar. Von Blähungen über Zahnen bis zum Einschlafen, dazu unsere SOS-Notfallkarten zum Ausdrucken für den Wickeltisch.
Tausende Eltern haben damit gelernt, ihrem Baby bei Bauchweh ruhig und sicher zu helfen. Einmal kaufen, für die ganze Babyzeit von 0 bis 18 Monaten nutzen.
Sanftes Streichen rund um den Bauch geht von Anfang an, sobald der Nabelrest abgefallen und gut verheilt ist. Die kreisende Massage über dem Nabel beginnst du, wenn der Bauchnabel vollständig abgeheilt ist. Im Zweifel frag kurz deine Hebamme.
Weil der Dickdarm in dieser Richtung verläuft: rechts hinauf, quer und links hinab. Wenn du dem Verlauf folgst, unterstützt du die natürliche Bewegung und hilfst der Luft nach draußen. Andersherum arbeitest du gegen den Darm.
Manchmal löst sich die Luft schon während der Massage mit einem erleichterten Pups, manchmal dauert es länger. Jedes Baby ist anders. Oft ist schon die warme Hand und die ruhige Zuwendung ein erster Schritt, der den Bauch entspannt.
Die Bauchmassage und die Punkte können auch in der Zeit der Dreimonatskoliken eine sanfte Unterstützung sein und manche Phase erleichtern. Ein sicheres Mittel gegen Koliken sind sie nicht. Bei anhaltendem, untröstlichem Schreien sprich mit deiner Kinderärztin.
Achte beim Füttern auf eine ruhige, eher aufrechte Haltung, lass dein Baby gut aufstoßen, und nutze Wärme auf dem Bauch. Auch die Bauchlage auf deinem Unterarm, der sogenannte Fliegergriff, entspannt viele Babys mit Bauchweh.
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